6. April 2017

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„Diakonie ist ein wichtiger Partner“

Ministerpräsident Weil spricht auf der Mitgliederversammlung der Diakonie in Niedersachsen zu „Markt, Wohlfahrt und Staat“

Ministerpräsident: „Diakonie ist ein wichtiger Partner“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen die Bedeutung der Freien Wohlfahrtspflege für die Ausgestaltung des Sozialstaates unterstrichen.  Dieses entspreche dem Geist des Grundgesetzes, um das Programm der sozialen Marktwirtschaft zu gestalten und das Prinzip der Subsidiarität umzusetzen. In seiner mit Wortwitz gewürzten Rede stellte der Ministerpräsident die Diakonie als einen wichtigen Partner zur Umsetzung der Staatsziele heraus.

Die Diakonie könne man volkswirtschaftlich als einen flächendeckend aufgestellten „Vollsortimenter des sozialen Angebotes“ mit über 70.000 Mitarbeitenden beschreiben, der eine enorme Wertschöpfung generiere. Doch aus sozialpolitischer Sicht sei die Diakonie gerade „kein Sozialkonzern mit Dax-Fähigkeit“, sondern eine Non-Profit-Organisation, die nicht das Gewinnstreben zum Ziel habe, sondern aus Nächstenliebe handele. Deshalb gehörten zur Diakonie auch Hilfsangebote, mit denen man absolut keinen wirtschaftlichen Gewinn erzielen könne.

Ebenso verwies Weil auf die Verbindung von den hauptamtlichen mit etwa ebenso vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die das Profil der Diakonie wesentlich bestimme.

Ausdrücklich dankte Stephan Weil der Diakonie in Niedersachsen für die Initiative, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege zu erreichen und wies zugleich darauf hin, dass man hier leider noch einen weiten Weg vor sich habe, aber seitens der Politik gerne die Partnerschaft mit Kirche und Diakonie gestalten wolle.

Als „Ratschläge“ gab der Ministerpräsident der Diakonie mit: „Ich würde der Diakonie empfehlen, sich selbst treu zu bleiben“, so Weil, „und nicht der Ökonomie den Vorzug geben vor der Nächstenliebe.“ Diakonie solle ihr besonderes Profil in den Mittelpunkt stellen und schärfen, ansonsten mache sie sich verzichtbar. Gegen die Über-Ökonomisierung des Sozialwesens sollten die Kirchen sich mit ihrer Diakonie in ihrer Rolle als Sozialanwalt verstehen und sich dementsprechend auch aktiv sozialpolitisch engagieren.

Das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V. (DWiN) ist der Landesverband für die Diakonie der Evangelisch-lutherischen Kirchen in Braunschweig, Hannovers, Schaumburg-Lippe und der Reformierten Kirche. Die ev.-luth. Kirche in Oldenburg ist assoziiert. Das DWiN übernimmt die Fachberatung, die Vertretung gegenüber Politik und Gesellschaft sowie die niedersachsenweite Öffentlichkeitsarbeit für seine 570 Mitglieder mit etwa 75.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden in allen sozialen Hilfefeldern.

Pressemeldung der Diakonie Niedersachsen